Wie mich Meditation bewusster machte

Meditation ist ein ein wunderes Mittel um bewusster zu werden. Doch es erfordert auch ein wenig Übung und vor allem Disziplin. Gerade weil es kein wirklich Ziel dabei gibt.

Meditation

Meine erste Erfahrung mit Mediation habe ich vor gut eineinhalb Jahren gemacht. Der Impuls kam durch meinen Freund Matthias und ein Seminar. Zunächst war ich, wie vielleicht ziemlich viele Menschen, etwas skeptisch was das denn bringen soll. Einfach dasitzen und nichts tun. Das kann ich doch auch, wenn ich mich von Netflix berieseln lasse oder im Café Leute beobachte. Dann sitze ich doch auch nur da, arbeite nicht und bewege mich nicht großartig.

Sehr schnell habe ich jedoch gemerkt, dass es etwas anderes ist, wenn ich meditiere. Ich sitze nicht einfach so da und tue nicht. Ich bin bewusst in dem Moment. Allein die Vorstellung, dass ich mir die Zeit nehme, um mich ganz bewusst hinzusetzen, verleiht dem ganzen eine völlig andere Qualität. Jetzt geht es nicht mehr darum den Fokus auf den Film bei Netflix oder die Leute auf der Straße zu legen, sondern bei mir zu bleiben. Und alles wahrzunehmen was sich zeigt.

Jetzt denkt der eine oder andere bestimmt „Na dann sitz ich halt da und denke über alles möglich nach. Aber Meditation bedeutet doch über nichts nachzudenken.“ Ja, es kommen viele Gedanken während dieser Ruhe. Nimmst Du diese Gedanken aber auch im Alltag wahr (mehr dazu auch in diesem Artikel)? Bemerkst Du, was „da oben“ alles los ist und worum sich die Gedanken drehen? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mir im Alltag viele Gedanken, Ideen, Wünsche etc. nicht klar waren. Ich hatte bestimmt mal drüber nachgedacht, aber es gab keinen wirklich Raum dafür.

Und wie funktioniert Meditation nun?

Meditation schafft diesen Raum, die Gedanken fließen zu lassen. Nicht, um sie zu verfolgen und währenddessen Konzepte auszuarbeiten oder den Tag zu planen, denn das wäre ja schon wieder „Arbeit“. Sondern einfach alles sich zeigen lassen und nicht weiterverfolgen, denn das ist nicht notwendig. Alleine diesen Raum der „geistigen Ruhe“ für das zu schaffen, was „gedacht werden will“ entfaltet seine Wirkung. Nicht auf der bewussten Ebene, sondern unterbewusst.

Nachdem ich nun täglich (mit ein paar Ausnahmen) seit gut eineinhalb Jahren meditiere, nehme ich diese unterbewusste Wirkung immer stärker und bewusster (da ist schon wieder dieses Wort) war (lies dazu auch meinen Artikel zu Ritualen). Es geht nicht darum ein Ziel zu erreichen, sondern ein Raum zu schaffen damit das verarbeitet werden kann, was verarbeitet werden will.

Meine Tipps für Dich:

  1. Nimm Dir regelmäßig die Zeit für bewusste Stille.
  2. Verfolge während dieser Zeit keine Gedanken, sondern lasse sie einfach fließen, kommen und gehen.
  3. Erarbeite keine „Konzepte“ in dieser Zeit, sondern hab Geduld bis sich die unterbewusste Wirkung in dein Bewusstsein überträgt.
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4 Antworten auf „Wie mich Meditation bewusster machte“

  1. Lieber Florian,

    Danke für Deinen wertvollen Beitrag, er bringt es einfach auf den Punkt. Auch Glückwunsch zu Deiner Entscheidung diesen Blog zu veröffentlichen… die Welt braucht mehr gute Quellen für positive Impulse und Anregungen um sich und seine Umwelt mit Inspiration, geistigem und herzlichem Fortschritt zu versorgen.

    Meditieren ist im Grunde sehr, sehr einfach… und weil es so einfach ist es zu tun, ist es auch so einfach es zu lassen und regelrecht zu übersehen. Eine der besten Entscheidungen die ein Mensch in seinem leben treffen kann. Ich empfehle dies unter Anleitung mit einer erfahrenen Person zu beginnen um mit erfahrenen Meditierenden über diese Erfahrungen reflektieren zu können und sich selbst schneller zu finden. Auch ist es nicht verkehrt, besonders anfangs, in einer kleinen Gruppe zu meditieren oder sich zu verabreden und sei es nur telefonisch/gedanklich.

    Als ich angefangen habe zu meditieren dachte, dachte ich, ich hätte verstanden worum es geht… einige Monate später wurde mir erst wirklich klar worum es geht… und dieses Entzwiebeln geht dann immer so weiter… immer wenn wir “denken”, wir haben es begriffen kommt eine völlig neue Erkenntnis…. anfangen… und dran bleiben… für den Rest des Lebens…

    Weiter so! 😉
    Liebe Grüße, Marcel Costin

    1. Lieber Marcel,
      vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar 🙂
      Ich sehe es genauso wie Du, dass ich immer wieder ein neues Verständnis davon entwickle. Ich glaube um es wirklich zu begreifen, was Meditation genau ist, braucht man jahrelange Praxis.
      Viele Grüße
      Florian

  2. Für mich die Passage des Texts, die mich am stärksten anspricht: “Erarbeite keine „Konzepte“ in dieser Zeit, sondern hab Geduld bis sich die unterbewusste Wirkung in dein Bewusstsein überträgt.”. Das ist ein schönes Ziel. Merci, Florian.

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