Wie Dich Tagebuch schreiben positiv verändern kann

Tagebuch schreiben kann uns helfen unsere Gedanken und Gefühle besser wahrzunehmen und zu strukturieren. Wir werden dadurch bewusster und entwickeln mehr Feingefühl.

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Tagebuch schreiben verändert Dich positiv

Ein Tagebuch zu führen ist nach meinem Empfinden für viele Menschen völlig uncool. Die Männer denken „das ist doch nur was für Frauen“ und Frauen haben das „nur mal früher als Kind gemacht“. Da geht man doch lieber zum Sport, trifft sich mit Freunden, geht ins Kino, arbeitet, oder macht sonst was, anstatt ein Tagebuch zu schreiben. Schon der Gedanke an den Anfang „Liebes Tagebuch, …“ löst sicher bei einigen Menschen deutliche Skepsis aus. Dabei muss es gar nicht uncool sein ein Tagebuch zu führen und es muss natürlich auch nicht mit „Liebes Tagebuch, …“ beginnen, wie man es vielleicht klischeehaft kennt. Und ich kann mein Tagebuch selbstverständlich auch digital führen, dann bin ich schon gar nicht mehr so uncool an Papier gebunden.

Tagebuch schreiben ist nicht uncool

Warum aber denken Menschen nun es sei uncool? Oder, dass man es nicht braucht. Oder eher Mann? Was ist denn schlimm daran seine Gedanken aufzuschreiben, die einen am Tag so durch den Kopf gehen. Oder in der Nacht. Ist es wirklich so uncool, wenn ich mal genau hinschaue, was in meinem Geist so los ist? Wenn ich meine Gefühle und körperlichen Empfindungen wahrnehme und zu Papier oder in digitale Form bringe. Ist es nicht wertvoll die ganzen Gedanken mal etwas zu strukturieren und in konkreter Form aufzuschreiben? Sich einen Überblick über das Chaos im Kopf zu verschaffen.

Ich führe nun seit knapp zwei Jahren regelmäßig Tagebuch (lies dazu auch meinen Artikel zum Thema Rituale). Und ich finde es immens wertvoll alles aufzuschreiben, was mir so durch den Kopf geht. Und auch durch meinen Körper (nein, damit meine ich nicht mein Essen). Ich schreibe nicht jeden Tag etwas auf. Es hängt immer davon ab, wie ich mich gerade fühle oder was gerade oder an dem Tag passiert ist. Manchmal setze ich mich aber auch bewusst hin und schreibe einfach mal was darauf los. Es gibt Momente, in denen wird dadurch dann etwas angestoßen. Es zeigt sich eine Thematik, die mich gerade in der Tiefe beschäftigt und es noch nicht an die Oberfläche geschafft hat.

Ordne das Chaos im Kopf

Ein Tagebuch zu schreiben unterstützt mich in erster Linie dabei, alle meine Gedanken und Gefühle wahrzunehmen. Was denke ich gerade, was geht mir durch den Kopf? Was fühle ich gerade? Im zweiten Schritt hilft es mir, meine Gedanken zu strukturieren und sortieren. Ich kann Zusammenhänge zwischen Gedanken und Gefühlen erkennen. Muster, die sich immer wieder wiederholen. Das ist möglich, da ich beim Schreiben nicht einfach ausweichen kann. Etwas aufzuschreiben ist wesentlich präziser als einfach nur mal „drüber hinweg zu denken“. Genau das macht es so wertvoll.

Ein weiterer Aspekt ist, dass ich mir gewisse Situationen nochmal ins Gedächtnis rufe. Wie war das heute Mittag, als dies und das passiert ist? Wie ging es mir dabei? Und wie sehe ich das jetzt ein paar Stunden oder Tage später? Es aufzuschreiben lässt mich im Nachhinein nochmal mit Distanz auf Situationen schauen. Ich kann eine Meta-Ebene einnehmen und bin nicht mehr so sehr in die Situation verstrickt. (lies dazu auch meinen Artikel zum Thema Dankbarkeit)

Suche keine Lösung, bleib geduldig

Für mich geht es nicht darum, eine Lösung für schwierige Situationen beim Schreiben zu finden oder völlige Klarheit zu gewinnen. Ich will nur den Raum für das bereitstellen, was sich zeigen will. Es achtsam und mit Mitgefühl wahrnehmen. Eine Veränderung tritt dann in der Regel ganz automatisch nach einer Weile ein. Da ich alles auf einer Meta-Ebene beobachte stoße ich Prozesse in meinem Geist an. Es erfordert zwar etwas Geduld, aber die positive Wirkung bleibt nicht aus.

Fang an und fühle, was sich verändert

Probiere es doch mal aus. Nimm Dir Blatt und Stift zur Hand (oder Dein Smartphone, so mache ich das) und schreibe einfach mal auf, wie Du Dich gerade fühlst. Was ist heute passiert? Was davon war gut, was war schlecht? Gab es etwas, dass Dich geärgert hat? Oder fühlst Du Dich einfach wunderbar, zufrieden, geliebt, liebst Dich selbst und strahlst vor lauter Freude. Egal was es ist, alles darf sein und alles hat die Berechtigung da zu sein und in Deinem Tagebuch aufgeschrieben zu werden.

Und dann die spannenden Fragen: Wie ist es für Dich alles mal aufzuschreiben? Wie fühlst Du Dich dabei? Und wie fühlst Du Dich danach? Bist Du immer noch skeptisch?

Wenn Du mal einige Tage oder Wochen immer mal wieder in Dein Tagebuch schreibst, wirst Du sicher eine deutliche Veränderung wahrnehmen.

Was denkst Du darüber, Tagebuch zu führen? Hast Du es schon mal ausprobiert oder machst Du es regelmäßig? Hast Du schon Veränderungen bei Dir wahrgenommen? Ich freue mich über Deine Erfahrungen zu lesen.

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